Mehr ökologische Modernisierung wagen?

Im Vortrag wird die regierungspolitische Hoffnung auf grünes Wachstum, ermöglicht durch permanente technische Innovationen, als Faustischer Pakt interpretiert, der aus drei Gründen ausgeschlagen werden sollte. Die depolitisierenden, technokratischen Strategien des grünen Wachstums sind erstens nicht geeignet, die Demokratiekrise zu entschärfen. Der Faustische Weg der Kolonisierung und der Subsumtion der Natur unter gesellschaftliche – insbesondere ökonomische – Entwicklungsziele hat zweitens die ökologische Krise nicht nur verursacht, sondern scheitert bislang auch an der Bearbeitung derselben. Die Alternative zum Faustischen Pakt bedeutet drittens nicht Verzicht und Stagnation, sondern Fortschritt im Sinne Adornos, d. h. Vergrößerung von Handlungsoptionen und Verringerung der Abhängigkeit von Zwängen.