Die Geburt kommunistischer Häresie aus der Konformität radikaler Politik

Die Oktoberrevolution schien der Triumph linksradikaler Politik in der Arbeiterbewegung zu sein. Aber schon Rosa Luxemburg sah die Differenz zwischen bolschewistischer Avantgarde und sozialdemokratischer Staatspartei nicht als Bruch. Wenig später bekannte sich der Linksradikale Lenin zum Staat und wandte sich gegen seine linksradikalen Genossen* innen. Damit waren diese nolens volens gezwungen, ihre Theorie proletarischer Selbstbefreiung gegen den bolschewistischen Staat zu formulieren. Erst damit war der organisations-, staats- und ökonomiekritische Bruch mit der alten, etatistischen Arbeiterbewegung vollzogen. Die häretischen Strömungen des Rätekommunismus und Linkskommunismus sind längst untergegangen. Doch in diesem Bruch verkörpert sich das Unabgegoltene des kommunistischen Zukunftsversprechens.