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Geschichte nach Auschwitz

jour fixe initiative berlin (Hg.):
Geschichte nach Auschwitz
Unrast Verlag
Münster 2002
215 Seiten
16,00 €
Rezension online:
www.terz.org
Sammelbände
Souveränitäten
Krieg
Gespenst Subjekt
Klassen und Kämpfe
Fluchtlinien des Exils
Kunstwerk und Kritik
Geschichte nach Auschwitz
Wie wird man fremd?
Theorie des Faschismus - Kritik der Gesellschaft
Kritische Theorie und Poststrukturalismus
Monographien
Enzo Traverso:
Gebrauchsanleitungen für die Vergangenheit
Daniel Bensaïd:
Eine Welt zu verändern
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Heute scheint es undenkbar, dass je wieder eine Revolution Geschichhte machen könnte. Der Gedanke, dass es qualitative Umbrüche von Gesellschaftsordnungen geben könnte, die auf eine Befreiung des Menschen gerichtet wären, scheint obsolet zu sein. Es gibt nur noch Geschichte und einen Boom der Erinnerung an sie, und man hat nichts zu erwarten als die technizistische Vervollkommnung der Gegenwart, der sich allein hässliche Rückgriffe auf nationalpartikulare, ethnische oder religiöse, rigide und geschlossene Gemeinschaftsformen entgegenzustellen scheinen.
Was heißt das für eine Gesellschaftstheorie, welche die Gesellschaft als Ganzes kritisiert, und deren Hoffnung sich nach wir vor auf eine radikale Umwälzung richtet, die also hoffnungslos anachronistisch erscheinen muss? Kann kritische Gesellschaftstheorie noch etwas mit den Begriffen Revolution und Geschichte anfangen, nachdem die Alternative Sozialismus oder Barbarei im Nationalsozialismus entschieden worden ist? Wenn die Geschichte eine Abfolge von Katastrophen ist, die in Auschwitz ihren vorläufigen Kulminationspunkt erreicht hat, kann dann aus der Vergangenheit ein Maßstab gewonnen werden, der auf eine bessere Zukunft wiese?


Aus dem Inhalt

jour fixe initiative berlin
Einleitung
Geschichte nach Auschwitz

Alexander Ruoff und Elfriede Müller:
Interpreten des Grauens
Geschichte und Verbrechen im französischen roman noir

Enzo Traverso:
Sozialismus nach Auschwitz
Bemerkungen zum politischen Gebrauch der Erinnerung
Aus dem Französischen von Elfriede Müller

Zeev Sternhell:
Von der Aufklärung zum Faschismus und Nazismus
Reflexionen zum Schicksal der politischen Ideen im 20. Jahrhundert
Aus dem was? von wem?

Bernhard Jensen:
Exil und Remigration im philosophischen Diskurs nach Auschwitz

Michael T. Koltan:
Die Editionsgeschichte der »Feuerbach-Manuskripte«

Helmut Dahmer:
Regression einer kritischen Theorie
Schicksale der »Psychoanalytischen Bewegung«

Frank Winter:
Architektur und Geschichtsbewusstsein
Versuch über den neuen Potsdamer Platz in Berlin

Mark Siemons:
Berliner Passagen

Ute Gerhard:
Das symbolische Modell der zerstreuten Masse
Entwürfe einer etwas anderen Geschichte bei Benjamin und Kracauer