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Herzlich Willkommen bei der jour fixe initiative berlin!

Neu erschienen!
Krieg
Unrast Verlag
Münster 2009

Mit Beiträgen von
Daniel Bensaïd, Wolfgang Kaleck, Hans-Joachim Lenger, Olaf Arndt, Gabriela Mischkowski, Krunoslav Stojakovic, Raul Zelik, Jens Warburg, Titus Engelschall und Elfriede Müller

Erhältlich im Buchhandel und natürlich auf unseren Veranstaltungen.

Die jour fixe initiative berlin besteht seit Oktober 1997. Mit Vortragsreihen zur Kritik von Herrschaft, Ausbeutung und Unmündigkeit bietet sie eine Plattform für die Diskussion und Theoriebildung innerhalb der radikalen Linken an und will einen Beitrag zur Überwindung kapitalistischer Vergesellschaftung leisten.

Die Vorträge der Veranstaltungsreihen liegen als Sammelbände bei Unrast vor. Die jour fixe initiative publiziert im selben Verlag eine Theoriereihe, in der gesellschaftstheoretische Texte zumeist fremdsprachiger Autoren veröffentlicht werden. Die jour fixe initiative möchte damit zu einer Internationalisierung der hiesigen linksradikalen Debatten beitragen.


Der nächste Vortrag unserer aktuellen Reihe
»Souveränitäten - von Staatsmenschen und Staatsmaschinen« findet am
Sonntag, 5. Juli, 18 Uhr statt.

Ulrich Bröckling (Leipzig)
Anders anders sein
Zeitgenössische Subjektanrufungen



Zeitgenössische Subjektanrufungen fordern von den Einzelnen Distinktion statt Konformität, Überschreitung statt Regelbefolgung, kurzum: sie fordern, anders zu sein. Kritik steht damit vor der nicht minder paradoxen Aufgabe, anders anders zu sein. Auf einen festen Standpunkt, von dem aus sie ihr Nein formulieren könnte, muss sie verzichten. Dem Widerspruch einer zur Norm erhobenen Abweichung entkommt man ebenso wenig mit einem Gestus der Überbietung. Die Künstler des Anders-anders-Seins beschleunigen nicht einfach nur den Wettbewerb der Alteritäten und präsentieren sich keineswegs bloß als geschicktere Unternehmer in eigener Sache. Beharrlich setzen sie dem Distinktionszwang ihre Indifferenz entgegen, dem Imperativ der Nutzenmaximierung die Spiele der Nutzlosigkeit und bestehen darauf, dass es jenseits der Nötigung zu wählen und der Unfreiheit, nicht wählen zu dürfen, noch etwas Drittes gibt: die Freiheit, nicht wählen zu müssen.


Wie immer in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst (NGBK), Oranienstraße 25.